Allradantrieb

Aus LadaWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allradantrieb beim Niva



Serienausstattung


Der Lada Niva wird serienmäßig mit einem permanenten Allradantrieb gebaut. Das bedeutet, dass im Normalfall alle 4 Räder angetrieben werden. Durch das Verteilergetriebe wird die Antriebskraft unter optimalen Bedingungen zu 50% an die Vorder- und zu 50% an die Hinterräder verteilt. Man spricht von einem Antriebsverhältnis von 50:50. Somit wird jedes Rad im Idealfall zu 25% angetrieben. In der Praxis ändert sich jedoch dieses Verhältnis durch die Differentiale ständig, wie z.B. in Kurvenfahrten. Ein informatives Video zur Funktionsweise eines Differentials findet man hier.

Schema Allrad1.jpg
Nun kann es jedoch vorkommen, dass ein Rad keine Traktion mehr hat. D.h., dieses Rad kann aufgrund fehlender Haftungreibung die Antriebskraft nicht mehr auf die Straße bringen und somit nicht für Vortrieb sorgen. Dies kann z.B. auf Eisflächen, Matsch oder Schnee passieren, bzw. ein in der Luft hängendes Rad bedingt durch z.B. unebene Bodenbeschaffenheit. Die offenen Differentiale sorgen nun dafür, dass die gesamte Antriebsleistung an dieses Rad geleitet wird und somit der Vortrieb gestoppt wird.
Schema Allrad2.jpg
Um dies zu verhindern ist der Lada Niva mit einer Mitteldifferentialsperre ausgestattet. Wird der vordere kleine Hebel in der Mittelkonsole nach hinten gezogen, wird das Mitteldifferential gesperrt. Dies funktioniert meist am einfachsten, wenn der Wagen langsam rollt. Nun wird die Antriebskraft starr zu 50% nach vorne und 50% nach hinten aufgeteilt. Das Rad ohne Traktion bekommt somit nur 50% der Antriebskraft. Die restlichen 50% verteilen sich im nebenstehenden Beispiel zu je 25% auf die beiden Hinterräder, welche somit für Vortrieb sorgen.
Schema Allrad3.jpg

Zusatzausstattung


Wenn nun jedoch ein Rad der anderen Achse zusätzlich die Traktion verliert, dann wird, bedingt durch das Achsdifferential, auch in diesem Fall die Antriebskraft auf dieses Rad gelenkt und der Vortrieb endet.

Schema Allrad4.jpg
Durch das nachträgliche Verbauen von Achsdifferentialsperren kann man die Antriebskraft, analog zur Mitteldiffentialsperre, auf die beiden Räder der jeweiligen Achse aufteilen. Dies geschieht je nach Art der verwendeten Sperre manuell zu gleichen Anteilen oder automatisch mit variablem Sperrwert. Vertrieben werden solche Sperren z.B. von Protrack, LadaWorld oder Offroadproducts. Beim Einbau einer Sperre in das Vorderachsdifferential empfiehlt sich der Umstieg auf ein robusteres Stahlgehäuse anstelle des serienmäßigen Aluminiumgehäuses. Zu beziehen ist solch ein Gehäuse ebenfalls über Protrack. Der Einbau kann für den versierten Schrauber sowohl in Eigenregie, als auch durch eine Fachfirma, wie z.B. Olaf Vogel erfolgen.
Schema Allrad5.jpg
Schema Allrad6.jpg